2019 – Das ändert sich bei Pflege und Gesundheit

Verbesserung für pflegende Angehörige, für gesetzlich Versicherte, für Pflegekräfte und viele weitere Menschen im Gesundheitswesen hatte der Gesetzgeber versprochen. Ab 2019 gelten diese konkreten Regelungen.

 

Zu Jahresbeginn sind mehrere Neuregelungen im Gesundheitswesen in Kraft getreten, die man kennen sollte. Hier die wichtigsten Verbesserungen im Überblick.

 

Unterstützung für pflegende Angehörige

 

Wer Angehörige zu Hause pflegt, braucht unbedingt Unterstützung. Deswegen sorgt der Gesetzgeber zusätzlich zu den bestehenden Unterstützungsleistungen jetzt auch dafür, dass Taxifahrten zum Arzt für Schwerkranke einfacher abzurechnen sind. Außerdem erhalten pflegende Angehörige einen besseren Zugang zu einer Reha: Sie können ab sofort auch dann eine stationäre Rehabilitation in Anspruch nehme, wenn vom medizinischen Gesichtspunkt her eine ambulante Behandlung ausreichend wäre. Zudem können pflegende Angehörige, wenn sie eine stationäre Reha in Anspruch nehmen möchten, jetzt auch parallel ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder in der gleichen Einrichtung betreuen lassen.

 

Verbesserung für gesetzlich Versicherte

 

Seit dem 1. Januar 2019 wird er Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite getragen. Dadurch zahlen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 3000 Euro monatlich ca. 15 Euro weniger. Um zu hohe Kassenbeiträge zu vermeiden, dürfen die Finanzreserven der Krankenkassen den Umfang einer Monatsausgabe künftig nicht mehr überschreiten. Gesetzliche Krankenkassen, die über höheren Monatsausgaben verfügen, dürfen ihre Zusatzbeiträge ab 2019 nicht mehr anheben.

 

Entlastung für Rentnerinnen und Rentner

 

Auch Rentnerinnen und Rentner werden seit dem 1. Januar 2019 entlastet. Sie zahlen mit den Rentenversicherungen wieder zu gleichen Teilen Beiträge in die Gesetzliche Krankenversicherung ein. Dadurch zahlen Rentnerinnen und Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1200 Euro ca. sechs Euro monatlich weniger.

 

Bessere Versorgung durch mehr Pflegestellen in der Altenpflege

 

Um eine bessere Versorgung in der Pflege zu erreichen, wird seit Januar die Schaffung von mehr Pflegestellen in der stationären Altenpflege finanziert. Einrichtungen mit bis zu 40 Belegungen erhalten auf Antrag eine halbe Pflegestelle, Einrichtungen mit 41 bis 80 Belegungen eine Pflegestelle, Einrichtungen mit 81 bis 120 Belegungen eineinhalb und Einrichtungen mit mehr als 120 Belegungen zwei Pflegestellen zusätzlich. Finanziert werden die zusätzlichen Pflegekräfte durch die Gesetzliche Krankenversicherung. So werden die Pflegebedürftigen zur Finanzierung dieser rund 13000 Stellen nicht belastet. Damit mehr Zeit für Pflegebedürftige bleibt, werden Pflegekräfte zudem durch Investitionen in die Digitalisierung entlastet, um weniger Zeit für Bürokratie zu verwenden. Die ambulante und stationäre Altenpflege werden seit Januar mit bis zu 12000 Euro je Einrichtung bei der Anschaffung digitaler Ausrüstung unterstützt.

 

Mehr Personal im Krankenhaus

 

Auch im Krankenhaus werden seit 1. Januar die Voraussetzungen für mehr Stellen geschaffen. Jede zusätzliche Stelle oder aufgestockte Teilzeitstelle am Krankenhausbett wird vollständig  finanziert. „Kein Geld für Pflegekräfte“ kann dann keine Ausrede mehr für Krankenhausgeschäftsführungen sein. Außerdem werden Pflegepersonaluntergrenzen für pflegesensitive Stationen gelten.

 

Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen weniger

 

Hohe Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse überfordern Kleinselbstständige, die sich gesetzlich versichern wollen. Deshalb werden freiwillige versicherte Selbstständige ab 2019 entlastet. Der Mindestbetrag für die Krankenhausversicherung wird auf rund 160 Euro im Monat mehr halbiert. Zudem wird die Beitragsberechnung vereinfacht. In Zukunft ist es nicht mehr erforderlich, zwischen haupt- und nebenberuflich Selbstständigen zu unterscheiden.

 

Quelle: Pflegepartner 01/2019

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