An der Grenze der Belastbarkeit

Pflegende Angehörige fühlen sich oft überlastet. Fast 200.000 sogenannte Hauptpflegepersonen stehen kurz davor aufzugeben, wie aus dem Pflegereport 2018 der Barmer Krankenkassen hervorgeht. "Ohne pflegende Angehörige geht es nicht", sagt der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub. "Es ist höchste Zeit, dass sie schon frühzeitig besser unterstützt, umfassender beraten und von überflüssiger Bürokratie entlastet werden." 85 Prozent der Befragten sagten, die Pflege bestimme ihren Alltag. Die Hälfte von ihnen kümmert sich mehr als zwölf Stunden täglich um die pflegebedürftige Person. Jeder vierte Angehörige hat seinen Beruf aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgegeben. „Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen“, betont der Autor des Pflegereports, Heinz Rothgang von der Universität Bremen. „Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen und jedem fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend.“ Pflegende Familienangehörige sind nach dem Angaben der Barmer relativ häufig krank. So litten 54,9 Prozent von ihnen unter Rückenbeschwerden und 48,7 Prozent unter psychische Störungen. Bei Personen, die niemanden pflegen, treffe dies nur auf 51,3 Prozent beziehungsweise 42,5 Prozent zu. Rund 2,5 Millionen Menschen, davon rund 1,65 Millionen Frauen, pflegen zu Hause Angehörige.

 

Lohnersatzleistung für Angehörige gefordert

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus fordert mehr finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige. „Ich finde etwa die Idee einer echten Lohnersatzleistung analog dem Elterngeld sehr spannend“, so Westerfellhaus. Das gesetzlich möglich zinslose Darlehen bei Pflegezeit oder Familienpflegezeit werden in der Praxis so gut wie nie in Anspruch genommen. Es müsse außerdem Bestandteil guter Personalführung in den Unternehmen werden, einem pflegenden Mitarbeiter flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. Auch Auszeiten für Reha-Maßnahmen und zur Regeneration sollten gewährt werden.

 

Demenz und Integration: Filme in vier Sprachen

Mit Erklärfilmen zum Thema Demenz in bier Sprachen erweitert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ihr Angebot für demenziell Erkrankte und ihren Familien – speziell auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Die Filmestehen in türkischer, polnischer, russischer und deutscher Sprache online zur Verfügung. Themen sind beispielsweise „Was ist Demenz“ oder „Kommunikation und Umgang“.

www.demenz-und-migration.de

 

 

 

 

 

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