Guter Rat ist nicht teuer

Fachliches Wissen und kompetente Beratung sind essenzielle Stützpfeiler für die Arbeit pflegender Angehöriger. Daher besteht ein gesetzlicher Anspruch und unentgeltlich Pflegekurse, häusliche Schulung und Pflegeberatung.

 

Wer einen Angehörigen pflegt oder sich ehrenamtlich um Pflegebedürftige kümmert, kann an einem kostenlosen Pflegekurs der Pflegekasse teilnehmen, Die Pflegekasse ist verpflichtet, solche Kurse anzubieten. Diese Pflegekurse werden zum Teil in Zusammenarbeit mit Pflegediensten und –einrichtungen, mit Volkshochschulen, der Nachbarschaftshilfe oder Bildungsvereinen angeboten, Sie bieten praktisch Anleitung und Informationen, aber auch Beratung und Unterstützung zu vielen verschiedenen Themen. Pflegende Angehörige ermöglichen solch Kurse außerdem, sich mit anderen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die Schulungen finden auf Wunsch auch in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen statt.

 

Fachliche Tipps und Gespräche

 

In Pflegekursen wir informiert über Mobilisierungs- und Lagerungsmethoden, rückenschonendes Arbeiten, Ernährung und Prophylaxen, Hilfsmittel und Reha-Maßnahmen, die Pflegeversicherung und rechtliche Aspekte. Schulungskurse geben den Teilnehmern zudem die Möglichkeit, sich Tipps für ihre spezielle häusliche Situation zu holen, über ihre persönlichen Probleme innerhalb der Pflegesituation zu sprechen und Entlastungsangebote kennenzulernen.

Erschöpfung ist übrigens der am häufigsten genannte Grund dafür, das pflegende Angehörige nicht an Pflegekursen teilnehmen. Absolventen aber bestätigen, wie sehr sie von den dort vermittelten Inhalten profitiert haben. Besonders der Austausch mit anderen Betroffenen hilft. Nicht selten entstehen aus dort geknüpften Kontakten Freundschaften oder Gesprächsrunden. Pflegekurse werden vielfach von ambulanten Pflegediensten angeboten. Die Regionalbüros der gesetzlichen Krankenkassen verfügen über ein Verzeichnis der Anbieter. Mit diesen bestehen Kooperationes- und Rahmenverträge, um die einheitlichen Gestaltung und Qualität der Kurse zu gewährleisten. Die Schulungen umfassen mindestens 12 Einheiten von je zwei Stunden. Üblicherweise finden sie in einem Raum des Pflegedienstes statt, der meist mit verschiedenen Pflegehilfsmittel ausgestatt ist. Während des Kursbesuchs übernimmt der Pflegedienst bei Bedarf die Versorgung des Pflegebedürftigen. Hat dieser eine Pflegestufe, dann kann der Pflegedienst im Rahmen der Verhinderungspflege diese Leitung direkt mit den Pflegekassen abrechnen.

 

Persönliche Fragen klären

Häusliche Schulungen werden zu Hause von der Pflegefachkraft eines Pflegedienstes durchgeführt. Vorteil: So können bestimmte Pflegetätigkeiten direkt vor Ort erlernen und Ihre persönlichen Fragen mit der Pflegefachkraft ganz individuell besprechen- zugeschnitten auf die spezielle Pflegesituation. Nachteil: Die Schulungsdauer umfasst nur etwa zwei Stunden und es besteht keine Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen.

 

Gezielte Beratung

 

Ob gesetzlich oder privat versichert: Alle Versicherten haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Auch pflegende Angehörige und weitere Personen, zum Beispiel ehrenamtliche Pflegepersonen, haben einen eigenständigen Anspruch auf Beratung. Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige zustimmt. Damit soll eine umfassende Unterstützung bei der Auswahl und Inanspruchnahme notwendiger Hilfe- und Pflegeleistungen gewährleistet sein.

Die Pflegeberatung – auch im Sinne eines individuellen Fallmanagments – wird in aller Regel von Mitarbeitern und Pflegekassen durchgeführt, die umfassendes Wissen, insbesondere im Sozial und Sozialversicherungsrecht, verfügen. Ihre Aufgabe ist es, den persönlichen Bedarf und die Situation der einzelnen Pflegebedürftigen zu beurteilen, die Pflegebedürftigen zu beurteilen, die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bei der Organisation der Pflege zu unterstützen und sie in der jeweiligen Pflegesituation zu begleiten. Wer privat Versichert ist wendet sich an die Pflegeberatung COMPASS (www.compass-pflegeberatung.de). Das ist ein Tochterunternehmen des PKV-Verbandes, dem über 30 private Krankenversicherungsgesellschaften angeschlossen sind.

Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft: Nicht selten entstehen aus Pflegekursen Freundschaften oder Gesprächsrunden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Pflegedienst Optimus